Produkt Lifecycle Management Systeme

Viele produzierende Industrien verfolgen heute bereits schon eine starke Orientierung an Services, d.h. den Aufbau von Dienstleistungen zu einem produktzentrierten Angebot. Die Implementierung von Service-Engineering in produktbezogene Aktivitäten erfordert, dass sich Unternehmen auf mehreren Ebenen an die neuen Anforderungen anpassen - dies schließt entsprechend angepasste strategische Ansätze und Informationssysteme mit ein.



Service Lifecycle Management (SLM) ähnlich wie Product Lifecycle Management (PLM) könnte als eine Möglichkeit definiert werden, diese neuen Interessen zu berücksichtigen. Die Ansätze ermöglichen das Management von Services in einem ganzheitlichen Ansatz, der sich mit Service Daten und deren Struktur befasst. Produkte und Dienstleistungen können vom Informationsaustausch untereinander profitieren.

In der Luftfahrtindustrie haben mehrere Unternehmen die Relevanz der bidirektionalen Informationsverbreitung zwischen Produkt- und Dienstleistungsaktivitäten erfolgreich umgesetzt. Ein Produkt wird unter Berücksichtigung der Nutzungsphase und seiner Servicevorgänge entworfen, inklusive der genauen Definition wertvoller Informationen zur Verbesserung aller daran angeschlossenen Prozesse.

Dennoch hat man sich bisher nur wenig mit der Konvergenz der Lösungen von SLM und PLM auseinandergesetzt. Wir wollen im folgenden diese beiden strategischen Ansätze mit der Sichtweise prüfen, in wie fern die zu Grunde gelegten Informationssysteme übereinstimmen, und ggf. von einer effektiven Interaktion zu profitieren.


1 Einführung

Die globalen Märkte werden durch wirtschaftliche, gesetzliche und ressourcenbezogene Beschränkungen beeinflusst; Unternehmen verpflichten sich ihre Aktivitäten in die vom Markt bestimmte Richtung zu verstärken, und ihre Angebote zu ändern bzw. anzupassen.


In der verarbeitenden Industrie und in bestimmten Märkten hat sich das Angebot eines ganzen Bündels von Produkten und Dienstleistungen als wirtschaftlich relevanter Ansatz erwiesen. Dies wird auch als ein Weg angesehen, um Risikominderung, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit durch Geschäftsmodellentwicklungen gezielt zu steuern.


Die Integration von Produkten und Dienstleistungen ermöglicht es, die Kundenbindung zu verbessern und die Balance zwischen Angebot und Kundenwunsch zu optimieren. Die daraus entstehenden Lösungen sind dann sowohl für den Kunden als auch für den Anbieter wertvoller. Man ist daran interessiert u.a. die Zuverlässigkeit und Lebensdauer von Materialien zu verlängern und den Wartungsaufwand zu minimieren, da diese Kosten letztlich dem Anbieter selbst zugeschrieben werden.


Die Literatur behandelt diese Aspekte im gesamten Konzept des Produkt-Service-Systems (PSS) in einem Paradigma, das die Unterscheidung zwischen materiellen Produkten und immateriellen Dienstleistungen im Rahmen eines integrierten Angebots verwischt. Nach seiner Definition konzentriert sich das PSS hauptsächlich auf die Schlüsselwörter „integriertes Bündel von Produkten und Dienstleistungen“; es bezieht sich direkt auf den „Verbraucher“ oder den „Kunden“ und zielt auf die Erreichung von "Nachhaltigkeit".